Banken im Visier

BankenimVisier_Muenzen“Weißt Du eigentlich, dass mit Hilfe Deines Geldes der Bau von Atomwaffen unterstützt wird?!?” – Dieser provokativen Frage sah ich mich vor einiger Zeit stirnrunzelnd ausgestzt, als es um das Thema “Bei welcher Bank bist Du denn eigentlich?” ging. Häää? Bisher hatte ich mich bei der Wahl meiner Banken darauf beschränkt zu schauen, wo es möglichst keine Kontogebühren gibt und wo die höchsten Zinsen zu erwarten sind – was ja schon auch erstaunlich ist, wenn man zwischen unglaublichen 1,0% und 1,05% entscheiden soll…

Da mich das Thema nicht mehr los ließ, habe ich mich an die Recherche gemacht. Google hilft ja zum Glück fast immer.

Meine erste Erkenntnis

Viele Banken investieren in Fonds, in denen sich bspw. Unternehmen der atomaren Rüstungsindustrie wiederfinden, wodurch Banken unterm Strich den Bau von Atomwaffen unterstützen. Interessante Artikel gibt es hierzu in der TAZ sowie auf heise.de:

Deutsche Banken fördern Atomwaffen

Studie zu Investitionen in Atomwaffen

Deutsche Banken investieren in den Bau von Atombomben

Auflistung Deutscher Banken

Auf der Seite www.attac.de bin ich auf eine weitere Studie gestoßen, in der u.a. deutsche Banken, die in die Atomindustrie investieren, aufgelistet sind (darunter auch die LBBW, bei welcher ich bisher immer war). Auf Seite 127 findet Ihr die Auflistung der deutschen Banken.

Beurteilung der deutschen Banken nach ethischen Kriterien

Bei meiner weiteren Recherche bin ich auf der Seite www.attac.de* hängengeblieben. Hier werden verschiedene Banken auf unterschiedliche ethische Kriterien hin beurteilt. Zwar ist die Auflistung der Banken nicht vollständig (es fehlt z.B. Sparda), gibt aber trotzdem einen ersten Überblick. Folgende Kriterien wurde beurteilt:

–          Systemrelevanz der Bank

–          Bildung von Steueroasen (z.B. Tochterunternehmen im Ausland)

–          Nahrungsmittelspekulationen

–          Investitionen in Atom & Rüstung sowie

–          Lobbyismus

Ist eine Bank „systemrelevant“, so bedeutet das, dass sie zu groß und einflussreich ist bzw. zu stark mit anderen Staaten, Banken und Versicherungen vernetzt ist, als dass sie der Staat im Fall der Fälle Pleite gehen lassen würde. Begründet wird dies damit, dass der Bankrott solch einer Bank viel schlimmere Folgen als die Rettung hätte. Bei der Finanzkrise hatte dies zur Folge, dass Banken mithilfe von Steuermitteln, die Bürger wie Du und ich bezahlen, gerettet wurden. Banken verzocken ihr Geld und der Bürger muss dafür gerade stehen. Keine Bank sollte so groß und mächtig sein, dass sie Staaten in diesem Ausmaß beeinflussen kann.

Viele Banken haben Tochterunternehmen außerhalb Deutschlands und schmuggeln durch diese Steueroasen Beträge im 2 bis 3-stelligen Milliardenbereich am deutschen Fiskus vorbei. Und nicht nur das geht zulasten der Allgemeinheit. Im Ausland gelten auch oft andere Sicherheitsvorschriften für Banken und Finanzgesellschaften. Deshalb sind dort auch meist die gewagtesten und undurchsichtigsten Fonds adressiert.

Hunger ist ein großes Thema, denn die Nahrungsmittelspekulationen der Banken können die Preise von Lebensmitteln künstlich in die Höhe treiben und so für viele Menschen unbezahlbar machen. Interessant hierzu ist folgendes Fact-Sheet zur Nachrungsmittelspekulation:
http://www.oxfam.de/sites/www.oxfam.de/files/factsheet_nahrungsmittelspekulation_pb.pdf

Die schon angesprochenen Investitionen der Banken in die Atomindustrie oder in die Rüstungsindustrie findet sich hier wieder. Das Traurige ist: gerade einmal vier Banken schließen Investitionen in Atom- und Rüstungsunternehmen sowie deren Zulieferer konsequent aus (GLS Bank, Tridoris Bank, UmweltBank, EthikBank).

Mein Fazit

Banken haben die Macht und die Politiker sind ihre Marionetten. Das kann es doch nicht sein. Aus diesem Grund will ich keine Bank unterstützen, die Schlagzeilen im Lobbyismus schreibt.

Meine Erläuterungen sollen nur einen kurzen ersten Überblick über die Thematik geben.
Hier findest Du eine Übersicht, bei der sämtliche Banken (Deutsche Bank, Commerzbank, UniCredit, IngDiba, Sparkassen/Landesbanken, Volks- und Raiffeisenbanken/DZ-Bank, GLS Bank, Triodos, Umweltbank und Ethikbank) auf die gegannten Kriterien hin bewertet wurden.

Bezüglich Fragen wie “Wie sicher ist mein Geld auf nachhaltigen Banken?” und Co. verweise ich auf die Seite www.green-friday.de. Eine interessanten Artikel findet Ihr hier.

Meine Bankwahl:

Aktuell habe ich zwar noch ein Konto bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und aufgrund der kostenlosen Kreditkarte, bei welcher man an allen Geldautomatien weltweit kostenlos bargeld erhält, eines bei der DKB. Allerdings habe ich nun ein Konto bei der GLS Bank eröffnet, denn diese hat in den aufgelisteten Kriterien am besten abgeschnitten. Meine beiden anderen Konten werde ich jetzt nicht gleich kündigen, allerdings werde ich sie nicht mehr aktiv nutzen, es sei denn ich fliege in den Urlaub und benötige wieder meine DKB-Kreditkarte.

Schlusswort: Es hilft mir die beste Ethik-Bank nichts, wenn ich am anderen Ende der Welt auf einmal nicht mehr an mein Geld rankomme. Stichwort: Servicequalität. Weiter wurden bei der Untersuchung von Attac längst nicht alle Banken berücksichtigt. Mich würde z.B. noch interessieren, wie die Sparda-Bank abgeschnitten hätte, da ich von deren Service bisher über Freunde sehr Gutes gehört habe.
Da werde ich wohl noch etwas weiter recherchieren müssen…

*Attac versteht sich als ein breites gesellschaftliches Bündnis, das sich einsetzt für die Überzeugung, „dass die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen, die Förderung von Selbstbestimmung und Demokratie und der Schutz der Umwelt die vorrangigen Ziele von Politik und Wirtschaft sein sollten“ (Quelle: www.attac.de)

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