Mein Besuch auf der YogaWorld Messe ODER Haare waschen ohne Chemie – Der Selbstversuch

Massage_Munich_Yogaworld_NeuLetztes Wochenende war ich auf der YogaWorld Messe in München zu Besuch und habe wieder einige Inspirationen mitgenommen. Zum einen bin ich bei der Ayurvedischen Massage hängen geblieben und habe mir hier einen interessanten Vortrag über die ayurvedischen Massageöle angehört. Meine Vorfreude auf meinen bereits gebuchten Massagekurs im Sommer steigt immer mehr :-)

Traditionelle Naturprodukte aus Afrika

Vorab: Ich benutze schon sehr lange kein normales Duschgel und keine klassische Lotion mehr. Ohne hier Werbung machen zu wollen, aber ich verwende Naturseifen von Manna und bin sehr zufrieden damit. Ich seife mir auch nicht den gesamten Körper damit ein, da das m.E. einfach nur Blödsinn ist. Es gibt genau 3 Stellen neben Kopf und Gesicht, die m.E. mit Seife gewaschen gehören und das ist an den Füßen, unter den Achseln und zwischen den Beinen. Dann trocknet die Haut auch nicht mehr aus. Und ich bekomme immer wieder gesagt, wie super weich meine Haut ist und wie gut sie riecht. Zum eincremen verwende ich höchstens (bio-) Sesamöl, Kokosöl oder Jojobaöl. An rasierten Stellen verwende ich auch bisher schon eine fettige Sheabutter.

YogaWorld_Messe_Muenchen_LabiteZiemlich am Anfang der Messe bin ich einem interessanten afrikanischen Mann über den Weg gelaufen. Er hatte einen Stand mit Naturprodukten und machte einen sehr sympatischen Eindruck. Seine Frau und seine süße kleine Tochter waren auch mit dabei. Ich schätzte ihn auf ca. 35 Jahre ein. Und ich staunte nicht schlecht, als mir Labité Agnitèvi erzählte, dass er bereits 49 Jahre sei. Unfassbar, dachte ich. Ok. Ein Leben in Einklang mit der Natur und ohne chemische (Lebens-) Mittel hinterlässt auch im positiven Sinne seine Spuren, was ein Glück :-) Von seinen Produkten hat mich vor allem eine Naturseife mit Palmkernöl und Kräuterasche und eine Sheabutter mit Arganöl und Aloe Vera in den Bann gezogen.

Sheabutter

Der Sheabaum gilt in der afrikanischen Savanne als ein heilige Baum. Die aus ihm gewonnene Sheabutter wird oft als Zusatz in teuren Salben und Cremes hinzugefügt.

Allerdings sind diese zumeist industriell hergestellt. Das bedeutet, dass beim raffinieren hochwertige Inhaltsstoffe verloren gehen. Nicht so bei den Produkten von Labité. Zudem werden sie in seiner Heimat Togo von seiner Mutter angebaut. Keine Industrie dafür viel Liebe und ein ehrliches, natürliches Produkt. Darauf steh ich ja :-)

Sheabutter

Die Sheabutter gilt in der traditionellen afrikanischen Medizin als Allheilmittel. Labité hört gar nicht auf zu erzählen, wo sie überall eingesetzt werden kann. So reicht die Liste von Hautproblemen wie bspw. Akne, Schuppenflechte, Neurodermitis und Sonnenbrand, über Wunden aller Art, Rheuma, Muskel- und Gelenkschmerzen, Arthrose, Entzündungen der Atemwege, Schwangerschaftsstreifen bis sogar hin zu Knochenbrüchen, welche schneller heilen sollen. Die Butter soll sehr ergiebig sein. Die Inhaltsstoffe sind Allantoin

(Zellstoffwechsel und -regeneration), Vitamin E (Zellschutz), Beta-Karotin (Provitamin-A, Zellschutz) und Triterpene (antibakteriell). Allantoin ist auch in Beinwell enthalten, das seit langem für seine heilende Wirkung bekannt ist und bei der Knochenbildung helfen kann.

Labité erzählte mir sogar von Krebspatienten, deren Krebszellen mit Hilfe der Salbe abgestorben sind. Er erklärte mir, dass die Salbe dem Körper und dem Immunsystem die Information gibt, die er braucht, um sich zu regenerieren. Kranke Zellen werden als krank erkannt und abgestoßen, gesunde Zellen werden produziert. Dies funktioniert anscheinend sowohl bei einer Schwangerschaft bzw. Geburt (Verletzung des Geburtskanals: Salbe direkt in die Scheide geben) als auch bei der schon genannten Krebserkrankung. Da ich ja eine gewisse Skepsis von Zuhause mitbekommen habe *gg* hatte er auch gleich ein paar Kopien und Zeitschriften parat: Siehe da, Labité ist sogar in der Medizinwelt bekannt. Er wird regelmäßig auf medizinische und Heilpraktiker-Kongresse eingeladen.

Aber gut, um eine ernsthafte Erkrankung geht es bei mir ja glücklicherweise nicht. Mein Ziel ist es nur generell in so vielen Lebensbereichen wie möglich zu Produkten der Natur zurückzugreifen. Und vielleicht kommt die Butter ja auch mal bei einer meiner Massagen zum Einsatz :-)

Naturseife

Die Naturseife wird aus Palmöl und Kräuterasche aus traditionellem Anbau hergestellt. In Westafrika gilt sie als Schönheits- und Heilseife. Labité erzählte mir, dass man sich mit der Seife die Haare und den Körper waschen kann. Sie ist rückfettend und unterstützt zudem die Regeneration von Haut und Haare. Labité selbst putzt sich damit auch die Zähne. Ich erwähnte die Zahnprobleme meiner Mutter und er meinte, sie solle sich mit der Seife regelmäßig die Zähne putzen und 3-4 Mal am Tag die betroffene Stelle mit der Sheabutter einreiben. Entzündungen sollen so verschwinden. Die Probepackung für Mama war also schon gekauft ;-)

Naturseife

Mir ging es bei der Seife hauptsächlich ums Haare waschen. Ich will dieses chemische Zeug einfach nicht mehr auf meinem Kopf haben. Letzten Endes ist es mit dem Shampoo dasselbe wie mit den Duschgels: Du verwendest ein Duschgel, es trocknet Deine Haut aus, aber tadaaa, die Industrie hat schon die Lösung parat und verkauft Dir im selben Atemzug noch die passende Feuchtigkeitscreme. Wie immer eine Bekämpfung des Symptoms und keine Beseitigung der Ursache…

Brauche ich wirklich Shampoo und Conditioner? Seit wann gibt es dieses Zeug überhaupt??? Ich werde in jedem Bereich meines Lebens immer skeptischer wenn es um industriell und vor allem chemisch hergestellte Produkte geht. Sprüchen wie „Da kann die Natur auch nicht mehr helfen“ schenke ich keinen Glauben mehr. Wie können wir Menschen uns so über die Natur stellen, denken, dass wir so eine Sonderposition einnehmen und uns immer noch getrennt von Natur und Umwelt sehen? Fakt ist, wir sind aus der Natur gemacht. Warum um alles in der Welt, sollen uns chemisch hergestellte Produkte besser helfen als die Natur selbst?

Also auf zu Minimalismus, zurück zur Natur und zur Freiheit ohne dieses ganze Zeug.

Ich hatte schon vor einiger Zeit einen Bericht über eine Frau gelesen, die von heute auf Morgen kein industrielles Haarschampoo mehr verwendet hatte. Am Anfang war es wohl richtig eklig, da die Kopfhaut total verrückt spielte. Die Haare waren fettig ohne Ende und sie hatte schlimmere Schuppen als jemals zuvor. Aber nach ca. 6 Wochen veränderten sich Haare und Kopfhaut und die Schuppen und das Fett verschwanden. Weitere 6 Wochen später waren ihre Haare seidig, wellig und ohne Kräusel.

Auch andere Berichte über eine gesunde Haarpflege haben mich immer wieder inspiriert.

Labité erzählte mir, dass auch mit der Seife die Kopfhaut sich erst einmal regenerieren müsse, was bis zu drei Monate dauern kann. Aber danach seien meine Haare gesund, glänzend und kraftvoll. Und ich tue meinem Kopf und meiner Umwelt keine Chemie mehr an, (auf Haarfarbe verzichte ich auch schon seit einem Jahr. Ich verstehe gar nicht mehr, wie mir meine Naturhaarfarbe einmal nicht gefallen konnte…) mal ganz zu schweigen von den ganzen Plastikverpackungen, die hier jedes Mal drauf gehen… Falls ihr den Film „Plastic Planet“ noch nicht gesehen habt, das ist hier mal ein Film-Tipp von mir. Leider gibt es den gesamten Film wohl zur Zeit nicht mehr auf YouTube. Deshalb erstmal der Trailer. Aber Achtung: Ich konnte danach einige Wochen lang nicht mehr „normal“ im Supermarkt einkaufen gehen.

Also… Los gehts. Mein Selbstversuch Haarewaschen ohne Chemie aber dafür mit der afrikanischen Naturseife

Falls ich in nächster Zeit öfter mal mit Mütze rumrennen sollte, bitte verzeiht es mir… Zum Glück ist gerade Winter.

25.01.2016 – Tag 1

Am 25.01. habe ich meine Haare zum ersten Mal mit der Seife gewaschen. Und… es war schlimmer als befürchtet. Meine Haare haben sich noch beim waschen so fettig angefühlt, dass ich am liebsten mit normalem Shampoo nachgewaschen hätte. Aber ich will ja nicht jetzt schon aufgeben. Zum Glück habe ich lockige Haare, denn wenn ich mir Locken mache, dann sehen meine Haare irgendwie nicht ganz so fettig aus.

26.01.2016 – Tag 2

Leichte Shuppen habe ich am 26.01. auch schon. Ich versuche sie so gut es geht mit meiner Naturhaarbürste auszukämmen…

27.01.2016 – Tag 3

Die Haare werden immer fettiger. Aber wenn ich sie zusammenbinde geht es glaube ich… Ich sags euch… Das wird was…

29.01.2016 – Tag 5

Ich bin froh, dass ich meine Wildschwein-Naturhaarbürste habe. Ich habe das Gefühl, dass ich hier einiges an Schuppen und auch Fett wegbürsten kann. Die Fettigkeit der Haare ist hauptsächlich am Ansatz da. Meine Haare fühlen sich an wie aus Wachs und sind seltsam voluminös. Ich hoffe, ich halte das durch…

31.01.2016 – Tag 7

Irgendwie fühlen sich meine Haare fettiger an als sie aussehen. Ich will zwar keinen in meine Haare fassen lassen, aber ich kann damit ganz gut rumlaufen. Ich habe es mir bisher schlimmer vorgestellt. Allen, die diese Umstellung selbst ausprobieren wollen, empfehle ich eine Naturhaarbürste aus Wildschweinborsten. Ich kämme meine Haare morgens und abends damit ca. 5min und es ist ziemlich unfassbar, was hinterher alles in der Bürste ist…

08.02.2016 – Tag 15

Ich muss sagen, ich komme erstaunlich gut mit meinen Haaren klar. Sie fühlen sich zwar fettig an, und ich bräuchte kein Haarspray mehr, denn wenn ich sie z.B. über Kopf bürste stehen sie 1A, aber ich kann etwas mit ihnen anfangen. Ich kann Locken machen oder sie locker zusammenbinden. Wenn ich sie glatt kämme und stark zurückbinde, fällt es m.E. mehr auf, dass sie fettig sind. Schuppen hab ich zum Glück nach dem Haare bürsten keine auf der Kopfhaut sichtbaren mehr – ich schiebe das mal wieder auf meine tolle Haarbürste. Eigentlich wollte ich bald mal wieder zum Frisör, aber momentan getraue ich mich das noch nicht. Es wird denke ich eh schon schwer genug, den Frisör in Zukunft davon zu überzeugen, dass man die Haare nicht mehr mit Shampoo gewaschen haben will…

Alle meine Freunde, die ich gefragt habe und von denen ich eine ehrliche Antwort erwarten kann, haben mir bestätigt, dass meine Haare nicht fettig aussehen. Und auch sonst ist mir nicht aufgefallen, dass irgend Jemand meine Haare übermäßig lange oder in negativer Art und Weise anschaut… Glück gehabt ;-)

17.02.2016 – Tag 24

Nach mehr als 3 Wochen habe ich heute eine große Veränderung gespürt. Ich habe meine Haare wie jeden Morgen mit der Seife gewaschen. Danach habe ich sie trocken geföhnt und sie fühlten sich auf einmal sehr weich und fluffig an. Mittags hatte ich eine Freundin zu Besuch, die von meinem Haarprojekt wusste. Sie sprach mich sofort auf meine Haare an und fragte, ob ich sie jetzt wieder mit normalem Shampoo waschen würde, da sie ja so toll aussehen würden. Sie fühlten sich den gesamten Tag nicht fettig an! Auch wenn ich die Berichte gelesen hatte, ich bin echt erstaunt über dieses Ergebnis nach nur 3 Wochen. Ich denke es liegt daran, dass ich schon seit längerer Zeit versucht habe, so wenig wie möglich Shampoo zu verwenden. Ich hatte auch schon vorher immer mal wieder mit Lava-Erde als Haar“shampoo“ experimentiert. Jeden Tag konnte ich sie allerdings nicht verwenden, da sie meine Haare bei täglichem Gebrauch ziemlich ausgetrocknet hat.

So, jetzt kann ich endlich diesen Selbstversuch ohne Sorge veröffentlichen ;-) Bisher kann ich nur sagen: Es lohnt sich!
Ich werde euch weiter auf dem Laufenden halten… :-)


Labité hat zur Zeit noch keine eigene Website, aber sie ist wohl in Arbeit ;-) Er freut sich aber immer über Bestellungen über seine E-Mail Adresse labite.agnitevi@gmail.com. Ihr könnt ihn auch über Facebook kontaktieren.

Ich hoffe, ich konnte Euch wieder ein bisschen inspirieren :-)

Eure Masseurin Samira


Hier erfährst Du mehr über ganzheitliche Biokosmetik bzw. Wirkstoffkosmetik.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen